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BARF – Knochen und Rohfütterung bei Hunden

Die Bedeutung von BARF

RohfütterungSpricht man von BARF oder BARFEN, ist damit eine Knochen und Rohfütterung gemeint. Über die genaue Übersetzung des Begriffes wird aber immer wieder diskutiert. Es gibt viele englische Übersetzungen für die vier Buchstaben wie zum Beispiel „Biologically Appropriate Raw Foods“ oder „Bones and Raw Food“. Bekannt wurde die Bezeichnung aber erstmals durch die Amerikanerin Debbie Tripp, welche den Begriff mit „Born Again Raw Feeders“ bezeichnete. Dies bedeutet übersetzt „Wiedergeborene Rohfütterer“.

Spricht man von BARF, ist aber nicht eine reine Fleischfütterung gemeint. Auch Gemüse, Obst und weitere Nahrungsmittel werden als Rohkost dem Hund verabreicht.

Warum BARFEN?

Der Hundemagen ist auf eine natürliche Ernährung ausgelegt. Schon die Vorfahren des Hundes, nämlich die Wölfe, haben von einer vollkommen natürlichen Ernährung gelebt. Sie haben Tiere gejagt und diese komplett zerfleischt. Dadurch haben sie auch den Mageninhalt der Beute zu sich genommen, der oftmals mit Beeren, Früchten und verschiedenen Kräutern gefüllt war. Beim Hund handelt es sich ganz klar um einen Fleischfresser, weshalb auch seine Verdauung auf diese Art von Ernährung ausgerichtet ist.

Welche Auswirkung hat eine Rohfütterung auf den Hund?

Eine Rohfütterung wirkt sich in den meisten Fällen sehr positiv auf den Hund aus. Hier haben wir Dir einmal die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

  • das Fell glänzt mehr
  • viele Hunde bilden weniger bis gar kein Zahnstein
  • weniger bis gar kein Mundgeruch
  • BARF hat eine positive Auswirkung auf die Verdauung, da der Hund keine Stoffe bekommt, die er nicht verdauen kann
  • die Kotmenge reduziert sich im Normalfall
  • es treten weniger Wachstumsprobleme auf
  • das Immunsystem wird gestärkt
  • Muskulatur, Bänder, Sehnen werden mehr gestärkt
  • viele Hunde stinken bei einer Rohfütterung weniger

Der Barf Speiseplan

Der Hundekörper braucht eine gewisse Anzahl an Nährstoffen, um zu überleben. Dazu gehört in erster Linie die Energie, um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Alle wichtigen Energielieferanten und Stoffe wie Fettsäuren, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine und Proteine werden dem Hund mit dem Futter zugefügt. Details zu den einzelnen Komponenten findest Du in folgenden Abschnitten.

Die Rohfütterung setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen wie Fleisch, Gemüse, Obst und Kräuter zusammen. Zusätze in Form von Ölen, Getreide und Milchprodukte können ebenfalls im Napf landen. Diese sind aber nicht überlebenswichtig.

Fisch und Fleisch BARF

Es gibt verschiedene Fleischsorten, die dem Hund angeboten werden dürfen. Dazu gehören folgende Tiere:

  • Geflügel
  • Lamm
  • Kaninchen
  • Pferd
  • Rind
  • Wild
  • Fisch

Frisches Schweinefleisch sollte dem Hund aufgrund des Aujeszky-Virus niemals gefüttert werden!

Die verschiedenen Fleischsorten werden wiederum in verschiedene Teile unterteilt.

Innereien

  • Blättermagen
  • Leber
  • Lunge
  • Milz
  • Niere
  • Pansen

Knochen und Knorpel

Dieser Bestandteil der Fütterung liefert dem Hund Calcium.

  • Brustbein
  • Flügel
  • Gelenkknochen
  • Hals
  • Kniescheiben
  • Kopf
  • Markknochen
  • Nacken
  • Rippen
  • Schenkel
  • Schulter

Vorsicht! Tragende Knochen, vor allem von grossen Tieren wie Rinder und Pferde sind sehr massiv und extrem hart. Sie können die Zähne der Hundes leicht verletzen und Zahnteile können beim Kauen abbrechen. Deshalb sollte von einer Fütterung solcher Knochen abgesehen werden.

Muskelfleisch

  • Brust
  • diverse Fleischabschnitte
  • Herz
  • Magen
  • Kopffleisch
  • Zunge

Gemüse und Früchte

BARF
Abwechslung im Napf ist das A und O.

Gemüse sowie Obst gehören ebenfalls zu einer artgerechten Hundeernährung. Wie bereits erwähnt haben Wölfe früher ihre Beutetiere inklusive dessen Verdauungstrakt verspeist. Darin befanden sich wichtige Ballaststoffe, die die Hunde heute nur mittels einer entsprechenden Fütterung erhalten.

Es gibt verschiedene Gemüse- und Obstsorten, die im Napf landen dürfen. Wie bei uns Menschen ist es sehr unterschiedlich, was der Hund bevorzugt oder gar nicht mag. Eine Liste zu den einzelnen Sorten findest Du hier:

Wichtig bei der Fütterung von Gemüse und Früchten ist, dass die verschiedenen Sorten zerkleinert oder direkt püriert dem Hund angeboten werden. Dies, da der Hundemagen nicht fähig ist, die im Gemüse enthaltenen Zellulose zu spalten. Weiterhin ist eine abwechslungsreiche Fütterung sehr wichtig, da nicht jedes Gemüse die gleichen Inhaltsstoffe enthält und es so zu Mangelerscheinungen kommen kann.

Getreidesorten

Nicht jeder Hundemagen kann Getreide gut verarbeiten. Besonders Trockenfutter enthält meist einen zu hohen Anteil an Getreide, woraufhin viele Hunde Probleme mit dem Verdauungstrakt bekommen. Auf eine Fütterung von Getreide kann deshalb problemlos verzichtet werden.

Rohe Knochen

Rohe Knochen enthalten verschiedene Enzyme, Fette und Mineralstoffe. Zusätzlich ist die Fütterung von rohen Knochen sehr gut für die Gesundheit der einzelnen Zähne.

Milchprodukte und Eier

Auch Milchprodukte gehören nicht zur natürlichen Nahrung eines ausgewachsenen Hundes. Wenn der geliebte Vierbeiner aber Milchprodukte gut verträgt und keinerlei Reaktionen, wie zum Beispiel Durchfall zeigt, können Milchprodukte verfüttert werden. Hier gilt aber äusserste Vorsicht.

Eier wiederum gehören zu den Ergänzungsmitteln, welche regelmässig dem Hund angeboten werden dürfen. Experten raten dazu, dem Hund 1-2 Mal pro Woche ein komplettes, frisches Ei inklusive dessen Schale zu verfüttern.

Öl als Ergänzung

Es gibt viele verschiedene Öle, die dem Hund verabreicht werden dürfen. Eine Liste über die wichtigsten Ölsorten und dessen Auswirkung auf den Körper findest Du unter „Welches Öl ist gesund für den Hund?„.

Kräuter als Ergänzung

Wie beim Gemüse müssen auch Kräuter vor dem Füttern zerkleinert werden, damit die Zellwände zerbrechen. Eine Fütterung von Kräutern ist jedoch nicht Pflicht. Auch wird einer täglichen Beigabe abgeraten.

Belohnungen und Leckerli

Es gibt verschiedene Leckerli, die man dem Hund anbieten kann. Dazu zählen zum Beispiel Pouletwürfeli, Hasenohren, Rinderherzen und alles, was das Hundeherz begehrt. Weiterhin gibt es viele verschiedene Rezepte, um Hundekekse selber zu backen. Hier ein paar selbst kreierte Rezepte von Lucky.

Umstellung auf rohes Futter

Jeder Hund reagiert anders auf eine Umstellung des Futters. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Umstellung langsam erfolgt. Weiterhin sollten zuerst nur wenige Fleisch- und Gemüsesorten verwendet werden, damit sich der Hundemagen an die Umstellung gewöhnen kann.

Aufgrund der unterschiedlichen Verdauungszeiten sollten Trockenfutter, Nassfutter und BARF nicht gemischt werden. Dies kann zu Magenproblemen führen.

Als praktischer Leitfaden für den Anfang kann ich das Buch „Natural Dog Food von Susanne Reinerth*“ herzlichst empfehlen. Hier findest Du auf jede Frage eine Antwort.

Fehler bei der Futterumstellung

  • Jeder Hund hat einen anderen Bedarf. Die Fütterung muss deshalb auf jeden Vierbeiner individuell angepasst werden und kann nicht 1:1 von jemandem übernommen werden.
  • Nicht nur Muskelfleisch verfüttern. Auch die anderen Komponenten wie Knochen, Innereien ect. sind wichtig für eine artgerechte Ernährung.
  • Gekochte Knochen dürfen aufgrund Splittergefahr niemals dem Hund verabreicht werden!
  • Abwechslung im Napf ist das A und O. Jedes Fleisch hat andere Inhaltsstoffe, welche für den Körper wichtig sind. Dasselbe gilt auch für Früchte und Gemüse.
  • Es gibt Komponente, die nicht im Napf landen dürfen. Befasse Dich deshalb vor der ersten Fütterung gut mit den einzelnen Bestandteilen.
  • Auf eine Rohfütterung muss langsam umgestellt werden, sodass sich der Magen an die neue Ernährung gewöhnen kann.

BARF während der Urlaubszeit

Handelt es sich nur um einen Wochenendtripp, kann das Fleisch sowie das pürierte Gemüse problemlos in einer Tiefkühlbox mitgeführt werden. Im Hotel oder in der Ferienwohnung angekommen, wird im Normalfall eine Tiefkühltruhe zur Verfügung gestellt. Ist dies nicht der Fall, kann das Futter über diese kurze Zeit auch einfach in der Kühlbox oder im Winter auf dem Balkon gelagert werden.

Wer über mehrere Tage wegfährt, kann das Fleisch ebenfalls in einer Kühlbox mitführen. Hier gilt, je grösser die Stücke, desto langsamer tauen sie auf. Weiterhin ist es hilfreich, die verpackten Fleischstücke in Zeitung oder Folie einzuwickeln, um die Temperatur länger zu halten. Als Alternative gibt es in jedem Supermarkt Fleisch- und Fischsorten, welche dem Hund problemlos verabreicht werden kann. Zusätzlich sind Tiershops mit speziellem BARF-Fleisch heutzutage bereits an vielen Standorten vertreten. Dazu zählen vor allem die grossen und bekannten Tierläden wie zum Beispiel Fressnapf*.

Grundsätzlich gilt auch hier, dass jeder Hundehalter die Variante wählen sollte, die für ihn am besten ist.

Tipp: Es gibt Länder, wo eine Einfuhr von Fleisch verboten ist. Bitte informiere Dich unbedingt vor der Anreise über die Einreisebestimmungen.

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