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Kurzdarmsyndrom

Kurzdarmsyndrom (Short Bowel Syndrome) beim Hund

Was ist das Kurzdarmsyndrom?

Von einem Kurzdarmsyndrom, auch als Short Bowel Syndrome bekannt, spricht man dann, wenn dem Körper mehr als zwei Drittel seines Dünndarmes fehlen.

Dazu kommt es, wenn aufgrund verschiedener Ursachen ein Teil des Dünndarmes chirurgisch entfernt werden muss. Das Kurzdarmsyndrom gibt es nicht nur bei Hunden, sondern auch bei Katzen sowie bei uns Menschen.

Der Darm

Der Darm besteht aus dem Dünndarm und dem Dickdarm.

Der Dünndarm

Der Dünndarm ist in der Regel zwischen 4 bis 6 Meter lang. Er ist für die Aufnahme und Verwertung wichtiger Nährstoffe zuständig.

Funktioniert der Dünndarm nicht korrekt oder entfernt man operativ einen Teil des Dünndarms, kann es zu Mangelerscheinungen der lebenswichtigen Mineralstoffe, Vitamine oder Eiweiße kommen. Auch tritt oftmals ein Flüssigkeitsmangel auf.

Dabei spielt eine wichtige Rolle, welcher Teil des Dünndarmes entfernt werden muss. Liegt der Eingriff im oberen Bereich (Zwölffingerdarm und Leerdarm), sind die Symptome meist stärker ausgeprägt, als wenn der Krummdarm / Hüftdarm, welcher sich im unteren Bereich befindet, zu entfernen ist.

Der Dünndarm unterteilt sich in verschiedene Abschnitte:

Zwölffingerdarm (Duodenum): Hier wird der Verdauungsbrei mittels Gallenflüssigkeit neutralisiert und der Hauptteil der Verdauung findet in diesem Bereich des Darmes statt. Weiterhin verfügt der Zwölffingerdarm über sogenannte Darmzotten, worin erste Spaltprodukte im Körper aufgenommen und absorbiert werden.

Leerdarm (Jejunum): Auch der Leerdarm hat sogenannte Darmzotten, worin Spaltprodukte aufgenommen und absorbiert werden. Weiterhin befinden sich im Leerdamm verschiedene Drüsen, welche die Spaltung der Nährstoffe fortsetzen.

Krummdarm / Hüftdarm (Ileum):  Beim letzten Abschnitt des Dünndarms spricht man vom sogenannten Krummdarm oder Hüftdarm, welcher schlussendlich im Blinddarm (Anfang des Dickdarms) mündet, wobei die sogenannte Ileozökalklappe verhindert, dass Flüssigkeit vom Dickdarm in den Dünndarm zurück gelangen kann. Hier werden die aufgespaltenen Produkte in den Körper aufgenommen.

Der Dickdarm (Colon)

Im Dickdarm werden letzte Essensreste aufgespalten. Der noch flüssigen Speisemasse wird Wasser entzogen, wodurch harter Kot entsteht.

Ursache vom Kurzdarmsyndrom

Das Kurzdarmsyndrom entsteht in der Regel in Folge einer Operation. Gründe für die Darmresektion können unter anderem folgende sein:

Darminfarkt

Ein Darminfarkt entsteht aufgrund eines Verschlusses, wodurch die gesamte Sauerstoffversorgung unterbrochen wird. Ohne chirurgischen Eingriff kann ein Darmverschluss lebensbedrohlich sein.

Darmkrebs

Auch der Darm kann von Tumoren besiedelt sein. Diese sind dann in der Regel großzügig zu entfernen. Allerdings kann es dadurch vorkommen, dass dem Hund mehr als zwei Drittel des Darmes entnommen werden müssen.

Durchblutungsstörungen

Eine Durchblutungsstörung entsteht dann, wenn eine oder mehrere Adern durch Ablagerungen verengt oder ganz verstopft sind. Auch hier ist eine Operation lebensnotwendig.

Entzündungen

Tritt im Dünndarm eine Entzündung auf, ist je nach Schweregrad ein Teil des Darmes operativ zu entfernen.

Fremdkörper

Beschädigt ein in dem Dünndarm gelangter Fremdkörper ein Teil des Organes, muss der Tierarzt eine Verkürzung vornehmen.

Inkarzeration

Wird ein Teil des Darmes aufgrund einer Verletzung (Bruch) eingeklemmt, spricht man von einer Inkarzeration. Da bei der Inkarzeration ebenfalls die Durchblutung unterbrochen wird, ist eine Operation notwendig.

Invagination

Bei einer sogenannten Darminvagination stülpt sich ein Teil des Darmes in einen anderen Darmteil hinein. Dabei kann es passieren, dass die Durchblutung gestört ist. Dann kann der Hund das Futter nicht mehr richtig verdauen. Im schlimmsten Fall kann ein Teil des Darmes aufgrund der fehlenden Versorgung absterben.

Pilzinfektion

Ist das lebenswichtige Organ von einer Pilzinfektion betroffen, muss oftmals eine Darmresektion vorgenommen werden, um Schlimmeres zu vermeiden.

Volvulus

Von einem Volvulus spricht man dann, wenn ein Teil des Darmes verdreht ist. Dadurch wird die Durchblutung verhindert und es kann vom Darmverschluss bis hin zur Unterversorgung diverser wichtiger Organe kommen. Das wiederum ist für den Vierbeiner absolut lebensbedrohlich.

Symptome / Problematik

Symptome treten erst auf, wenn mindestens die Hälfte des Darmes zu entfernen ist. Dabei können folgende Problematiken auftreten:

  • ständiger Durchfall
  • gestörte Nährstoffaufnahme (Mangelerscheinungen)
  • Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit
  • Organschäden
  • geschwächtes Immunsystem

Behandlung beim Kurzdarmsyndrom

Muss eine entsprechende Operation vorgenommen werden, werden dem Vierbeiner direkt nach der Operation Mineralstoffe und Flüssigkeit verabreicht, damit es schon gar nicht erst zu Mangelerscheinungen oder zur Austrocknung des Körpers kommt. Hat der Arzt bei der Operation den Krummdarm entfernt, braucht der Hund lebenslang Vitamin B12.

Solange sich der Restdarm noch nicht umgewöhnt hat, werden dem Vierbeiner die Ernährung sowie Flüssigkeit, Mineralstoffe, Vitamine und Eiweiße über Infusion verabreicht. Leider kann es vorkommen, dass sich nach dem Eingriff eine Entzündung bildet. Hier wird Antibiotika eingesetzt, um den Infekt zu behandeln.

Je nach Schweregrad und Menge des entnommenen Darmabschnittes ist eine lebenslängliche Therapie nötig.

Folgende Untersuchungen werden beim Kurzdarmsyndrom vorgenommen, um verschiedene Sachen wie z.B. Mangelerscheinungen zu diagnostizieren. Diese müssen regelmäßig wiederholt werden, um auffällige Veränderungen schnellstmöglich zu erkennen.

  • Blutuntersuchung (Feststellung von Mängeln)
  • Kotuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgen
  • Computertomografie (CT)

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