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Dobermann

Dobermann

Widerristhöhe: Rüden bis zu 72 cm / Hündinnen bis zu 68 cm
Gewicht: Rüden 34 – 45 kg / Hündinnen 27 – 41 kg
Lebenserwartung: 10 – 13 Jahre
Herkunft: Deutschland
Art: Schutzhund / Gebrauchshund
Charakter: loyal, intelligent, gehorsam, konzentriert, treu
Farbe: schwarz oder braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem, sauberem Brand
Besonderheit: Listenhund (Ortschaftsabhängig)

Verhalten und Wesen

Der Dobermann ist ein sehr anhänglicher und treuer Begleiter. Aufgrund seiner mittelgrossen und kräftig gebauten Statur und der grossen Entschlossenheit, wird ihm oftmals grossen Respekt entgegengebracht. Grundsätzlich ist der Dobermann aber ein sehr freundlicher und friedlicher Hund, welcher sich in einer Familie mit Kindern sehr wohl fühlt. Zusätzlich hat die Rasse einen sehr ausgeprägten Schutz-Instinkt, weshalb er Familie und deren Hof aufmerksam beschützt. Fremden gegenüber ist er aber eher misstrauisch.

Ursprung und Geschichte

Die Geschichte dieser tollen Hunderasse begann im 18. Jahrhundert in Thüringen, Deutschland. Ein Mann namens Friedrich Louis Dobermann paarte verschiedene Hunde, die einen angstfreien und mutigen Charakter zeigten. Sein Ziel war es, einen Schutzhund zu züchten, welcher alle anderen Rassen übertreffen sollte.

Man geht davon aus, dass die Rasse eine Mischung aus Rottweiler, Schäferhund und deutschem Pinscher besteht. Friedrich Louis’s Lieblingshund war aber nichts Weiteres als eine Mischlingshündin von den damals vorhandenen Rassen in Apolda. Diese Hündin paarte er mit einem Fleischhund, bestehend aus einem Vorgänger des Rottweilers vermischt mit einer Art Schäferhund. So entstand ein Arbeits und Wachhund, welcher auch als Haushund verwendet werden konnte. Schon sehr früh wurde der Dobermann als Polizeihund und als Jagdhund für Raubtiere eingesetzt.

1933 wurde die Rasse das erste Mal auf einer Hundeausstellung vorgeführt, wo der Hund auch in anderen Ländern bekannt gemacht worden ist.

Die Fellfarbe der Dobermänner

Die Farbe ist schwarz oder braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand. Der Brand befindet sich am Fang, als Fleck auf dem Backen und oberhalb der Augenbrauenbögen, an der Kehle, zwei Flecken auf der Brust, an den Mittelfüssen und Pfoten, an den Innenseiten der Hinterschenkel, am After und Sitzbeinhöcker.

Haltungsempfehlung

Der Dobermann ist ein richtiges Energiebündel. Er ist begeisterungsfähig und lernwillig, was eine Zusammenarbeit sehr vereinfacht. Mit einer angemessenen Auslastung zeigt sich der Hund als angenehmer Familienhund. Ein Zusammenleben mit Kindern stellt deshalb kein Problem dar.

Der Besitzer sollte einen starken Charakter aufweisen, sodass dem Dobermann signalisiert wird, wer der Herr im Haus ist. Ansonsten wird diese Rasse versuchen, die Oberhand zu ergattern. Aufgrund des hohen Schutztriebes und der eher mittleren Reizschwelle ist die Rasse für Anfänger aber eher ungeeignet. Der Hund verlangt von einem Menschen eine durchsetzungsfähige Art und Weise. Ebenfalls sollte der Halter sehr viel Ruhe in die Beziehung bringen, sodass auch der Hund lernt zu entspannen.

Wer sich einen Dobermann zulegen möchte, dem sollte bewusst sein, dass es sich  je nach Ortschaft um einen sogenannten „Listenhund“ handelt. An vielen Orten gelten für solche Hunde gewisse Regeln, wobei man sich am Wohnort und auch beim Züchter genau über die Haltung und die entsprechenden Vorschriften informieren sollte!

Beschäftigungs­möglichkeiten

Um den Dobermann zu beschäftigen, gibt es eine ganze Reihe von Spielen und Aufgaben, mit welchem man den Hund fördern und so die Teamarbeit stärken kann. Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Agility
  • Apportieren
  • Flyball
  • Hundefrisbee
  • Mantrailing
  • Blindenführhund
  • Diensthund
  • IPO
  • Rettungshund
  • Therapiehund

Wie auch bei jeder Rasse, muss man den Bedürfnissen des Hundes nachkommen und Spass bei der Arbeit und dem Training haben. Nur so kann ein Hund-Mensch-Team funktionieren.

Krankheiten

Wie bei jeder anderen Rasse auch gibt es bestimmte Krankheiten, die beim Dobermann öfters auftreten können. Hier einige Beispiele dafür.

Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz lässt die Funktion der Niere nach. Dieses Organ hat die Aufgabe, Giftstoffe aus dem Blut zu filtern und Wasser zu speichern. Arbeitet die Niere nicht mehr richtig, gelangen Giftstoffe in den Körper und es kommt zu einer Harnvergiftung. Weiterhin trocknet der Hund aufgrund des Wasserverlustes aus. Das geschädigte Gewebe regeneriert sich nicht mehr. Die Niereninsuffizienz kann aber mittels Infusionen und einer Futterumstellung gestoppt werden. Mehr über die Krankheit erfährst Du hier.

Dancing Doberman Disease

Übersetzt heisst das so viel wie „Tanzender-Dobermann-Krankheit“. Dabei handelt es sich um eine neurologische Krankheit, welche nur sehr selten anzutreffen ist. Die Krankheit schleicht sich in den jungen Jahren langsam ein. Die Hinterhand wird geschwächt, wodurch ein leicht tänzelnder Gang die Folge ist. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu Lähmungen kommen. Eine vollständige Heilungsmöglichkeit gibt es bis jetzt nicht. Jedoch gibt es Erkenntnisse darüber, wie man dem Hund das Leben vereinfachen kann.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Bei einer Dilatativen Kardiomyopathie kurz DCM handelt es sich um eine Herzmuskelerkrankung, bei welcher eine Pumpschwäche Auslöser für eine Erweiterung der Herzkammern ist. Es handelt sich um eine Krankheit, bei welcher der Vierbeiner nicht vollständig geheilt werden kann. Mehr Infos über die Dilatative Kardiomyopathie findest Du hier.

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Bei einer Hüftgelenksdysplasie sitzt die Gelenkkugel nicht richtig in der Gelenkpfanne, was zu grossen Problemen und Schmerzen führen kann. Die Krankheit ist vererbbar und bereits bei vielen Hunderassen anzutreffen. Ist die Erkrankung genetisch bedingt, lässt sich diese durch eine ausgewogene Ernährung vorbeugen. Mehr Infos über Hüftgelenksdysplasie findest Du hier.

Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Die Schilddrüse, auch Thyreoidea genannt, ist ein  hormonproduzierendes Organ. Sie ist zuständig für die Ausscheidung sowie die Speicherung und Herstellung von den beiden Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese wiederum beeinflussen das Wachstum, die Organentwicklung und das Nervensystem des Hundes. Besteht eine Unterfunktion der Schilddrüse, entsteht ein reduzierter Stoffwechsel, was wiederum zu einer Selbstzerstörung des Schilddrüsengewebes führt. Mehr Infos über Hypothyreose findest Du hier.

Kongenitale Vestibularsyndrom

Auch hierbei handelt es sich um eine Erbkrankheit, wobei der Hund eine Fehlbildung der Gleichgewichtsorgane entwickelt. Schon in den ersten Lebenswochen zeigen sich die Symptome deutlich. Eine schiefe Haltung und öfteres Umkippen sind Anzeichen dafür. Ein weiteres Symptom kann die Taubheit sein. Dies trifft aber nicht bei allen Hunden zu. Leider gibt es keine Behandlung für das kongenitale Vestibularsyndrom. Die meisten Hunde erholen sich aber sehr schnell und führen ein fast unbeschwertes Leben. Die eventuell vorhandene Taubheit kann vom Tierarzt nachgewiesen werden. Sollte eine solche vorliegen, ist es nicht empfehlenswert, den Hund weiter zu züchten.

von-Willebrand-Erkrankung (vWD)

Hierbei handelt es sich um eine erbliche Blutgerinnungsstörung. Diese entsteht durch einen Mangel an dem plasmatischen von-Willebrand-Faktor (vWF). Dabei handelt es sich um ein Blutglykoprotein, welches für eine schnelle Wundheilung zuständig ist. Fehlt dem Körper dieses Protein, kann der Vierbeiner verbluten. Mehr Infos über von-Willebrand-Erkrankung findest Du hier.

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